Glossar

UDAF

Unidirektionale Luftströmung über kritischen Zonen.

Auch bekannt als: Uni-Directional Air Flow, unidirektionale Strömung

UDAF steht für Unidirectional Air Flow, also unidirektionale Luftströmung. Der Begriff hat den früher üblichen Ausdruck Laminar Air Flow in der Normensprache ersetzt, weil die Strömung technisch nicht laminar ist.

Definition und Kenngrößen

Unidirektionale Strömung ist eine gerichtete Luftströmung mit über den Querschnitt annähernd gleicher Geschwindigkeit. Typische Sollwerte liegen bei 0,45 m/s mit einer Toleranz von etwa 20 %, gemessen kurz unterhalb der Filteraustrittsfläche. Bewertet wird zusätzlich die Gleichmäßigkeit des Profils.

Der Gegensatz ist die turbulente Mischlüftung, bei der Partikel über den Raum verdünnt und abgeführt werden. Verdrängung wirkt schneller und gezielter, ist aber empfindlich gegen Hindernisse.

Nachweis der Funktion

Geprüft wird nach ISO 14644-3 über Luftgeschwindigkeitsraster, Parallelitätsbetrachtung und Strömungsvisualisierung. In GMP-Bereichen sind Smoke Studies im Betriebszustand mit realen Eingriffen Pflichtbestandteil der Qualifizierung von Grade-A-Zonen.

Aussagekräftig ist nur die Visualisierung mit echten Handgriffen, Geräten und Personenpositionen. Eine leere Werkbank zeigt eine Strömung, die es im Betrieb nicht gibt.

Betriebliche Einflüsse

Störend wirken Materialstapel, Bildschirme, Abfallbehälter, Körperhaltung des Personals, Zugluft durch Türen und gealterte Filter mit sinkender Geschwindigkeit. Jede Abschattung erzeugt eine Totzone, in der Partikel verweilen.

Für die Reinigung gilt: Reinigungsrichtung mit der Strömung führen und keine Reinigungsutensilien zwischen Filterdecke und kritische Stelle bringen.

Praxishinweise und typische Fehler

  • Smoke Study nach jeder relevanten Layout- oder Prozessänderung wiederholen.
  • Arbeitsmittel niemals oberhalb offener Produkte platzieren.
  • Geschwindigkeitsprofil und Filterdruckverlust gemeinsam trenden.

Häufige Fragen

Unterschied UDAF und LAF?

Es ist dasselbe Prinzip. UDAF ist der normativ korrekte Begriff, LAF der historische.

Gilt 0,45 m/s verbindlich?

Nein, es ist ein bewährter Richtwert. Der Sollwert wird für die Anwendung festgelegt und qualifiziert.

Braucht jede Grade-A-Zone unidirektionale Strömung?

Ja, Annex 1 verlangt für Grade A eine unidirektionale Luftführung mit nachgewiesener Wirksamkeit.

Quellen

  • ISO 14644-3: Prüfverfahren · ISO
  • EU-GMP Annex 1 (2022) · Europäische Kommission
  • VDI 2083 Blatt 3 · VDI

Weiterführende Inhalte

Redaktionell verknüpfte Fachinhalte, Normen, Tools und Anbieter­kategorien. Anbieter werden nicht als Empfehlung, sondern als thematisch passende Markt­übersicht ausgewiesen.