Wartungsarbeiten führten zu erhöhten Partikelwerten

Wartungsereignis · Medizintechnik · ISO 7

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Betreiber (anonymisiert)
Medizinprodukte­hersteller, mechanische Fertigung im Reinraum

Ausgangssituation

Planmäßige Wartung eines Bearbeitungs­zentrums während des laufenden Betriebs im Nebenraum.

Problemstellung

Kontinuierliches Partikel­monitoring meldete deutlich erhöhte Werte in einem angrenzenden ISO-7-Bereich.

Kontaminationsrisiko

Prozess­unterbrechung notwendig; Freigabe­frage für laufende Chargen; Trigger­verdacht auf Filterschaden.

Bisheriges Verfahren

Wartungs­freigabe erfolgte technisch, aber ohne kontaminations­technische Bewertung des Nebenraums.

Ursachenanalyse

Zutritt in Wartungs­kleidung, geöffnete Klappen und Aerosol­freisetzung beim Ausbau von Bauteilen führten zu Partikel­eintrag in die Nachbarraum­luft.

Geprüfte Optionen

  • Wartung nur außerhalb der Produktion
  • Temporäre Barriere aus Folie mit Absaugung
  • Formales Change-Control mit Wartungs­SOP

Umgesetzte Maßnahme

Etablierung eines Wartungs­freigabe­prozesses mit Kontaminations­risiko-Bewertung; für kritische Wartungen wird der Nachbarraum in Ruhezustand gestellt oder mit temporärer Barriere abgetrennt.

Nachweismethode

Partikel­monitoring vor/während/nach Wartung, Foto­dokumentation, Reinigung nach Freigabe­checkliste.

Ergebnis

Bei den nächsten drei vergleichbaren Wartungen blieb der Nachbarraum innerhalb der Alarm­grenzen; Filter­verdacht ausgeschlossen.

Grenzen der Aussage

Zusätzlicher Koordinations­aufwand; erhöhte Anforderungen an das Wartungs­team.

Übertragbare Erkenntnisse

  • Wartung ist ein kontaminations­technischer Vorgang, nicht nur ein technischer.
  • Freigabe­prozesse müssen die Umgebung mitbetrachten.
  • Trend­daten helfen, Wartungs­ereignisse sauber von Filter­defekten zu trennen.

Quellen

  • ISO 14644-5
  • VDI 2083 Blatt 5