HEPA-Filter
Hochleistungs-Schwebstofffilter für Reinraumzuluft.
HEPA-Filter sind Schwebstofffilter der Klassen H13 und H14 nach EN 1822. Sie sind das entscheidende Bauteil für die Luftreinheit eines Reinraums und werden endständig, also nach dem letzten Kanalabschnitt, eingebaut.
Klassifizierung nach EN 1822
EN 1822 klassifiziert über den MPPS-Wirkungsgrad, also die Abscheideleistung bei der am schwersten abzuscheidenden Partikelgröße von typisch 0,1 bis 0,3 µm. H13 erreicht mindestens 99,95 % Gesamtabscheidung, H14 mindestens 99,995 %. Darüber liegen die ULPA-Klassen U15 bis U17 für Halbleiteranwendungen.
Die verbreitete Angabe „99,97 % bei 0,3 µm“ stammt aus dem US-Standard und ist nicht deckungsgleich mit der europäischen Klassifizierung.
Einbau, Prüfung und Betrieb
Nach Einbau und im Betrieb werden Filter und Einbaudichtheit über einen Lecktest nach ISO 14644-3 geprüft, klassisch mit Aerosol und Scan-Verfahren. Geprüft werden Filtermedium, Verguss, Dichtung und Rahmen; ein dichter Filter in undichter Fassung ist wirkungslos.
Betriebsgrößen sind Volumenstrom, Differenzdruck und Luftgeschwindigkeit an der Filterunterseite. Der Wechsel erfolgt nicht nach Kalender, sondern bei Erreichen des Enddruckverlusts, bei Leckage oder nach Kontaminationsereignis. Vorfilterpflege verlängert die Standzeit erheblich.
Umgang bei Reinigung und Wartung
Filterflächen dürfen nicht abgewischt oder abgesaugt werden; schon leichter mechanischer Kontakt kann das Medium beschädigen. Zu reinigen sind Rahmen, Schutzgitter und Umgebung, mit Vermeidung von Feuchtigkeitseintrag in das Medium.
Nach jedem Filterwechsel ist eine erneute Dichtheitsprüfung und – abhängig vom Risiko – eine Requalifizierung der Klassifizierung erforderlich.
Praxishinweise und typische Fehler
- Filterunterseiten nie mit Wischmaterial berühren, auch nicht trocken.
- Differenzdruck dokumentiert trenden, statt Wechsel nach Bauchgefühl anzusetzen.
- Nach Wechsel Lecktest und Luftgeschwindigkeitsmessung als Freigabekriterium einplanen.
Häufige Fragen
Hält ein HEPA-Filter Viren zurück?
Viren sind meist an größere Partikel und Tröpfchen gebunden und werden dadurch effektiv abgeschieden; die MPPS-Abscheidung wirkt auch im Submikrometerbereich.
Wie lange hält ein HEPA-Filter?
Je nach Vorfilterkonzept und Belastung fünf bis zehn Jahre, maßgeblich sind Druckverlust und Dichtheit, nicht das Alter.
Ist H14 immer besser als H13?
Nicht zwingend. H14 erzeugt höheren Druckverlust und Energiebedarf; die Wahl folgt aus Zonenanforderung und Gesamtkonzept.
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HEPA- und ULPA-Filter, Filterdecken und Prüfservice.
Zur AnbieterdatenbankQuellen
- EN 1822-1: Schwebstofffilter (EPA, HEPA, ULPA) · CEN
- ISO 14644-3: Prüfverfahren · ISO
- VDI 2083 Blatt 3 · VDI
Weiterführende Inhalte
Redaktionell verknüpfte Fachinhalte, Normen, Tools und Anbieterkategorien. Anbieter werden nicht als Empfehlung, sondern als thematisch passende Marktübersicht ausgewiesen.
Passende Glossarbegriffe
- →HVACRaumlufttechnik: Heizung, Lüftung, Klimatisierung.
- →IsolatorGeschlossenes Barrieresystem mit definierter Umgebung, häufig H2O2-dekontaminiert.
- →LAFGerichtete, turbulenzarme Strömung zur lokalen Reinraum-Absicherung.
- →MinienvironmentLokal begrenzte Reinraumumgebung um einen Prozess-/Werkzeugbereich.
- →RABSBarrieresystem mit eingeschränktem Zugriff, offen oder geschlossen ausgeführt.
- →TrockenraumReinraum mit besonders niedrigem Taupunkt, zentral für Batteriezellfertigung.
Passende Hersteller- und Dienstleistungskategorien
- ReinraumbauHersteller17
- Lüftung & KlimaHersteller25
- HEPA/ULPA-FilterHersteller11
- SchleusenHersteller19
- IsolatorenHersteller14
- RABSHersteller10
Marktübersicht, keine Empfehlung. Alle Einträge sind gleichberechtigt.
