Peressigsäure (PAA / PES)
Starkes Oxidans, häufig kombiniert mit H₂O₂; sporozid bei geeigneter Anwendung.
Redaktioneller Hinweis
Diese Datenbank strukturiert Produkt- und Wirkstoffangaben aus offen zugänglichen Herstellerinformationen und redaktioneller Einordnung. Reinraum Inside stellt keine regulatorische Freigabe fest und spricht keine pauschale Produktempfehlung aus. Wirksamkeit hängt immer von Konzentration, Einwirkzeit, Belastung, Prüfmethode und Anwendungsbedingungen ab. „Sporizid" wird nur ausgewiesen, wenn dies dokumentiert belegt ist. Für die konkrete betriebliche Anwendung sind aktuelle Datenblätter, Sicherheitsdatenblätter und Prüfberichte des Herstellers sowie eine eigene Qualifizierung heranzuziehen.
Chemische Einordnung
Gleichgewichtsgemisch aus Peressigsäure, Essigsäure und Wasserstoffperoxid.
Wirkmechanismus
Oxidation von SH-Gruppen, Membranen, Nukleinsäuren.
Mögliche Wirkspektren
- bakterizid
- levurozid
- fungizid
- mykobakterizid
- viruzid
- sporizid
Grenzen
- stechender Geruch
- korrosive Wirkung auf viele Metalle
- Zerfallsprodukte müssen abgelüftet werden
Einfluss organischer Belastung
Wirksamkeit sinkt bei hoher organischer Belastung; Vorreinigung Pflicht.
Mögliche Rückstände
Zerfällt zu Essigsäure, Sauerstoff und Wasser – Nachwischen mit WFI oder Alkohol wird in Aseptik häufig gefordert.
Materialverträglichkeit
Edelstahl 316L eingeschränkt geeignet; Kupfer, Messing, Weichstähle nicht empfohlen; Elastomere prüfen.
Arbeitsschutz
Reizend/ätzend, Atemschutz und geschlossene Behälter in der Anwendung.
Typische Anwendungsformen
- Konzentrat + Verdünnung
- vorgetränkte Sterilmopps
- CIP-/SIP-Systeme
Bedeutung im Reinraum
Aseptische Herstellung, Isolatoren; kritischer Rotationswirkstoff für Sporozidie.
Häufige Missverständnisse
- „Riecht scharf, also wirkt es“ – Wirksamkeit hängt von Konzentration und Zeit, nicht vom Geruch.
Passende Produkte
- EN 17126 (sporizide Wirksamkeit)
- GMP Annex 1 (2022)
