Wirkstoffgruppe

Natriumhypochlorit (NaOCl)

Klassisches sporozides Chlorprodukt, korrosiv, materialkritisch.

Redaktioneller Hinweis

Diese Datenbank strukturiert Produkt- und Wirkstoffangaben aus offen zugänglichen Herstellerinformationen und redaktioneller Einordnung. Reinraum Inside stellt keine regulatorische Freigabe fest und spricht keine pauschale Produktempfehlung aus. Wirksamkeit hängt immer von Konzentration, Einwirkzeit, Belastung, Prüfmethode und Anwendungsbedingungen ab. „Sporizid" wird nur ausgewiesen, wenn dies dokumentiert belegt ist. Für die konkrete betriebliche Anwendung sind aktuelle Datenblätter, Sicherheitsdatenblätter und Prüfberichte des Herstellers sowie eine eigene Qualifizierung heranzuziehen.

Chemische Einordnung

NaOCl-Lösung, meist 0,05 – 0,5 % Aktivchlor in der Anwendung.

Wirkmechanismus

Oxidation, Chlorierung.

Mögliche Wirkspektren

  • bakterizid
  • levurozid
  • fungizid
  • viruzid
  • sporizid

Grenzen

  • stark korrosiv auf Edelstahl bei längerer Einwirkung
  • instabil bei Licht und Wärme

Einfluss organischer Belastung

Stark reduziert; Vorreinigung obligat.

Mögliche Rückstände

Chloridrückstände – Nachreinigung mit WFI in Aseptik üblich.

Materialverträglichkeit

Kritisch für Edelstahl, Aluminium, Kupfer; Kunststoffe meist unkritisch.

Arbeitsschutz

Reizend/ätzend; keine Mischung mit Säuren oder Ammoniak.

Typische Anwendungsformen

  • Konzentrat + Verdünnung
  • vorgetränkte Sterilmopps

Bedeutung im Reinraum

Rotationssporozid in Aseptik; Anwendungshäufigkeit materialabhängig limitiert.

Häufige Missverständnisse

  • „Haushaltsbleiche = Reinraumdesinfektion“ – unpassend, ungeprüft.
Quellen
  • EN 17126