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Betreiber (anonymisiert)
Pharmabetrieb, Multi-Product-Anlage
Ausgangssituation
Klassischer Reinigungswagen mit Doppeleimersystem, Textilmopps, Sprühflaschen und Auffangwanne.
Problemstellung
Wiederholte mikrobiologische Auffälligkeiten an unterschiedlichen Positionen ohne erkennbares räumliches Muster.
Kontaminationsrisiko
Mobile, systematische Kontaminationsquelle; hohes Risiko für falsch verortete CAPAs.
Bisheriges Verfahren
Wagen wurde am Ende der Schicht ausgespült und getrocknet; keine formale Aufbereitungsstation.
Ursachenanalyse
Ecken, Räder und Auffangwanne des Wagens bildeten schwer zugängliche Reservoirs. Der Wagen transportierte Keime zwischen Räumen.
Geprüfte Optionen
- Ersatz durch reinraumtaugliches Wagendesign (glatte Oberflächen, autoklavierbar)
- Zusätzliche Wagen-Aufbereitungsstation
- Beides in Kombination
Umgesetzte Maßnahme
Wechsel auf reinraumtaugliches Wagendesign plus Etablierung einer Aufbereitungsstation mit definierter Reinigung, Desinfektion und Trocknung. Wagen erhielten eine Kennzeichnung mit Aufbereitungshistorie.
Nachweismethode
Kontaktabklatsche an definierten Wagenpositionen, mikrobiologisches Umgebungsmonitoring.
Ergebnis
Musterlose Auffälligkeiten verschwanden im Trend über 12 Wochen; die vorherige Fehlverortung von Kontamination wurde retrospektiv erklärbar.
Grenzen der Aussage
Investitionsaufwand; erhöhter Zeitbedarf für Aufbereitung.
Übertragbare Erkenntnisse
- Reinigungsausrüstung ist Teil des Reinigungskonzepts – nicht Zubehör.
- Wagenaufbereitung sollte formal geregelt sein wie eine Anlage.
- 'Räderloses' Denken übersieht mobile Kontaminationspfade.
Quellen
- VDI 2083 Blatt 16
- ISO 14644-5
- PDA TR 70
